Zum Goldenen Löffel
Wiener Schnitzel, Backhendl, Beuschel und Tafelspitz mit Semmelkren — Beisl-Küche, wie sie schon die Großmutter beherrschte.
Genuss & Lebensart
Von der Marille bis zum Tafelspitz, vom dampfenden Häferl Melange bis zum Achterl beim Heurigen: eine Liebeserklärung an die Wirtshauskultur, die Gemütlichkeit und den Genuss ohne Eile.
Zu Tisch, bitte
Die österreichische Küche kennt keine Eile. Sie ist im Wirtshaus zu Hause, wo der Kachelofen wärmt, der Wirt jeden Gast beim Namen kennt und die Zeit ein bisserl langsamer vergeht. Hier wird nicht bloß gegessen — hier wird getafelt, geratscht und in aller Gemütlichkeit genossen.
Zwischen Bodenständigem und Barockem, zwischen dem Tafelspitz des Kaisers und der Jause der Sennerin liegt ein ganzer Kosmos. Böhmische Mehlspeisen, ungarisches Paprika, italienische Polenta — in den Töpfen der alten Monarchie ist alles zusammengeflossen und zu etwas ganz Eigenem geworden. Faschierte Laibchen mit Erdäpfelpüree, gebackener Karfiol, ein Beuschel mit Serviettenknödel: die deftige Hausmannskost ist ehrlich und bodenständig. Man schmeckt die halbe Landkarte, und doch schmeckt es unverkennbar nach Österreich.
Ob deftig oder süß, ob im noblen Kaffeehaus oder beim Buschenschank am Weinberg — eines bleibt immer gleich: die Gemütlichkeit. Setzen Sie sich zu uns. Es ist angerichtet.
„Essen und Trinken hält Leib und Seel' zusamm" — und in Österreich hält es auch die ganze Gesellschaft beieinander.Ein altes Wiener Sprichwort
Mehlspeisen
In kaum einem anderen Land hat das Süße einen so eigenen Ehrenplatz auf der Speisekarte — die Mehlspeis. Sie ist nicht Nachtisch, sie ist Hauptsache: Trost, Sonntagsritual und Krönung eines jeden Menüs zugleich.
Der große Klassiker bleibt der Kaiserschmarrn, karamellisiert, in Fetzen gerissen, mit Zwetschkenröster und einer Wolke Staubzucker. Dazu der Apfelstrudel mit hauchdünnem Teig, die weltberühmte Sachertorte mit ihrer feinen Schicht Marillenmarmelade, und Palatschinken, gefüllt mit Powidl oder Topfen. Wer's herzhafter mag, greift zum Germknödel, zu frisch gebackenen Buchteln oder zu flaumigen Topfenknödeln — serviert mit warmer Vanillesauce, versteht sich.
Vom Feld auf den Teller
Die beste Küche beginnt am Markt. Hier, was in den vier Jahreszeiten reif und gut ist — von der ersten Marillenblüte bis zum letzten Maroni am Adventmarkt.
März bis Mai
Nach dem langen Winter drängt das erste Grün: Bärlauch, der würzig nach Knoblauch duftet und in Suppe, Aufstrich und Palatschinken wandert. Dann der weiße Marchfeldspargel, zart und edel — und in der Wachau verwandeln sich die Hänge in ein weißrosa Blütenmeer, wenn die Marillenbäume aufblühen.
Juni bis August
Jetzt reift die Wachauer Marille, dieser sonnengelbe Sommer zum Anbeißen — frisch, als Knödel oder als Marmelade fürs ganze Jahr. Am Markt türmen sich Paradeiser und Fisolen, im Wald sprießen die Eierschwammerl fürs Gulasch, und am Ribiselstrauch hängen die roten Perlen für Kuchen und Saft.
September bis November
Der Herbst ist die üppigste Zeit: junger Sturm perlt trüb im Glas, aus der Küche duftet geschmortes Wild. Der steirische Ölkürbis liefert das grüne Gold — das Kürbiskernöl —, am Maronistand qualmt es verführerisch, und die frisch gebuddelten Erdäpfel sind mehlig und gut. Erntedank, wohin man schaut.
Dezember bis Feber
Wenn's kalt wird, kommt Deftiges auf den Tisch: Sauerkraut, frisch geriebener Kren zum Selchfleisch, dampfende Knödel. In der Backröhre stapeln sich die Vanillekipferl, und am Adventmarkt wärmt ein Häferl Punsch die klammen Finger — heiße Maroni gibt's obendrauf. So lässt sich der Winter aushalten.
Wo man gut aufgehoben ist
Handverlesen von unserer Redaktion: drei Häuser, in denen noch selber gekocht wird und die Gemütlichkeit auf der Karte steht. Vom urigen Wiener Beisl bis zur Almhütte mit Aussicht.
Wiener Schnitzel, Backhendl, Beuschel und Tafelspitz mit Semmelkren — Beisl-Küche, wie sie schon die Großmutter beherrschte.
Brettljause mit Verhackertem und Käferbohnen, dazu ein kühles Glaserl Schilcher und die schönste Aussicht der Steiermark.
Kaspressknödel, Tiroler Gröstl und ein Kaiserschmarrn nach der Skitour — am Kachelofen wird man wieder ganz Mensch.
Kaffeehauskultur
Das Wiener Kaffeehaus ist kein Lokal, es ist eine Geisteshaltung. Man bestellt eine Melange mit einem frischen Kipferl, bekommt ein Glaserl Wasser dazu — und das ungeschriebene Recht, stundenlang zu bleiben. Der Herr Ober bringt die Zeitungen auf den hölzernen Haltern, und die Welt darf ruhig ein bisserl warten.
Ob großer Brauner, Verlängerter, kleiner Brauner mit einem Schälchen Obers oder Einspänner mit einer Haube Schlagobers — jeder hat seinen Stammplatz und seine Bestellung. Kein Wunder, dass die UNESCO die Wiener Kaffeehauskultur zum immateriellen Kulturerbe erklärt hat. Das Nichtstun: Hier wird es zur hohen Kunst.
In vino veritas
Österreich ist ein Weinland, und sein Aushängeschild heißt Grüner Veltliner — pfeffrig, frisch, unverwechselbar. Er wächst auf den Terrassen der Wachau und im Kamptal; im Burgenland und in der Südsteiermark reifen kräftige Rote und feine Weiße dazu.
Getrunken wird am liebsten dort, wo er wächst: beim Heurigen, wo der Winzer den heurigen, also den ganz jungen Wein ausschenkt, oder im Buschenschank zur Brettljause. Im Herbst perlt der junge Sturm, im Mostviertel fließt der Most. Und wer's leichter mag, bestellt ein Achterl, einen Spritzer — den Gespritzten — oder gleich einen Almdudler dazu. Prost, oder wie man sagt: zum Wohl!
Genuss in Zahlen
Genuss-Kalender
Vom prickelnden Sturm bis zum Punsch am Adventmarkt — heuer wird das ganze Jahr über aufgetischt. Unsere Auswahl der schönsten kulinarischen Feste.
Bauernhöfe, Winzer und kleine Manufakturen laden zur großen Verkostung unter freiem Himmel.
Dirndl, Blasmusik und ein frisch gezapftes Krügerl — das Wiesn-Fest auf der Kaiserwiese.
Blumengeschmückte Kühe kehren ins Tal, und die Dörfer feiern mit Jause, Markt und Musik.
Die kurze, prickelnde Saison, in der Sturm und Most zum Anstoßen einladen.
Kellergassen, Weinlese und offene Buschenschänken entlang der Südsteirischen Weinstraße.
Maroni, Punsch und Vanillekipferl unterm Lichtermeer der weihnachtlichen Altstädte.
Bildstrecke
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