Firn-Chalet Rettenbach
Ski-in, Ski-out, Panoramasauna und ein Kachelofen, an dem man Wurzeln schlägt — mit Blick auf den Ferner.
Herz der Alpen · Land Tirol
Zwischen dem Goldenen Dachl und dem ewigen Eis der Ferner liegt ein Landstrich, in dem die Berge nicht Kulisse sind, sondern Charakter. Griaß di in Tirol.
Griaß di in Tirol
Man sagt, in Tirol sei der Himmel ein bisserl näher — und wer einmal in aller Herrgottsfrüh auf einer Alm gestanden ist, wenn die erste Sonne über das Gipfelkreuz streicht, der widerspricht nicht mehr.
Tirol ist das Herz der Alpen, und es schlägt kräftig. Hier drängt sich die Landeshauptstadt Innsbruck so nah an die Felswände der Nordkette, dass man aus der Altstadt in einer Viertelstunde ins Hochgebirge fährt. Hier reihen sich Dreitausender wie Orgelpfeifen aneinander, gräbt sich das ewige Eis der Ferner in die Täler, und über allem liegt jene Ruhe, die man in Tirol schlicht Gemütlichkeit nennt.
Doch Tirol ist mehr als Fels und Firn. Es ist gelebte Tradition — der Speck, der monatelang im Rauch der Selch hängt, die Kaspressknödel in der Rindsuppe, der Schuhplattler beim Dorffest, die Tracht, die man nicht für die Gäste, sondern für sich selbst trägt. Urig, echt und immer mit einem Griaß di auf den Lippen. Kommen Sie mit — wir zeigen Ihnen das schönste Stück Alpen.
Die Landeshauptstadt
Keine andere Alpenstadt trägt ihre Berge so selbstverständlich wie Innsbruck. Vom Goldenen Dachl, dem prunkvollen Erker Kaiser Maximilians mitten in der Altstadt, sind es nur wenige Minuten zur Talstation der Nordkettenbahn — der wohl schönsten Standseilbahn Europas, entworfen von Zaha Hadid.
In einer knappen halben Stunde tragen Sie die Bahnen von 570 auf 2.256 Meter hinauf zum Hafelekar. Unten dampft noch die Melange im Kaffeehaus, oben pfeift der Wind über die Grate, und die ganze Stadt liegt wie eine Modelleisenbahn zu Ihren Füßen. Stadt trifft Gletscher — enger geht es nirgends auf der Welt.
Touren auf der Nordkette →Die Titelgeschichte
Sieben Tage quer durch Tirol und die Hohen Tauern — von der Nordkette über die höchsten Passstraßen der Ostalpen bis an den Fuß des Großglockners und zurück an den Arlberg. Unsere Redaktion hat die Route gefahren, die alles vereint, was das Herz der Alpen ausmacht.
Der Auftakt gehört der Landeshauptstadt. Am Vormittag flanieren Sie durch die Altstadt zum Goldenen Dachl, am Nachmittag trägt Sie die Nordkettenbahn in gut zwanzig Minuten vom Stadtzentrum hinauf aufs Hafelekar. Oben, auf 2.256 Metern, beginnt die große Route mit einem Servus an die Berge — und mit einem Blick, der bis nach Italien reicht.
Nach Westen hinein ins Ötztal. In Sölden schrauben sich die höchsten asphaltierten Straßen der Ostalpen bis auf fast 2.800 Meter an den Rettenbachferner hinauf — dorthin, wo im Sommer noch die Skifahrer über den Firn ziehen. Am Abend lockt der Aqua Dome mit dampfendem Thermalwasser gegen die erste Höhenmüdigkeit.
Der schönste Tag für alle, die das Kurvenfahren lieben. Die Timmelsjoch-Hochalpenstraße windet sich in unzähligen Kehren hinauf zur Passhöhe auf 2.509 Metern, der Grenze zu Südtirol. Karg, wild, überwältigend — und an den skulpturalen Aussichtsplattformen erzählt ein kleines Museum die Geschichte dieser mautpflichtigen Traumstraße. Geöffnet ist sie nur von Mai bis Oktober.
Zurück nach Osten, ins breite, grüne Zillertal. Ganz hinten, in Hintertux, liegt der einzige Ferner Österreichs, auf dem man 365 Tage im Jahr Ski fahren kann — bis auf 3.250 Meter hinauf. Wer lieber unten bleibt, kehrt auf einer Almhütte ein und lässt sich Zillertaler Krapfen und einen Kaiserschmarrn schmecken. Gemütlich, versteht sich.
Der krönende Tag. Über den Felbertauern geht es zur Großglockner-Hochalpenstraße, Österreichs berühmtester Panoramastraße — über die Landesgrenze, dorthin, wo Osttirol, Salzburg und Kärnten zusammentreffen. An der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe steht man dem höchsten Berg des Landes gegenüber: dem Großglockner, 3.798 Meter, davor die schwindende Pasterze. Auf der Edelweißspitze pfeift der Wind, und unten pfeifen die Murmeltiere zurück.
Nun weist die Route nach Norden, in die sanfteren Kitzbüheler Alpen. In Kitzbühel, dem mondänen Städtchen mit der legendären Streif, mischt sich alpine Wucht mit einer Prise Glamour. Dahinter ragt der Wilde Kaiser auf — ein Fels-Gebirge wie aus dem Bilderbuch, das jedem Bergsteiger das Herz höherschlagen lässt.
Zum Abschluss über Innsbruck hinweg nach Westen, an den Arlberg — die Wiege des alpinen Skilaufs. In St. Anton trägt Sie die Bahn hinauf zur Valluga auf 2.811 Meter, dem Dach der Region. Am Abend heben die Wirtshäuser das Glaserl auf eine Reise, die einmal quer durch das ganze Herz der Alpen geführt hat. Pfiat di, Tirol — bis heuer im Winter.
Die Route auf der Landkarte
Klicken Sie sich durch die Stationen der großen Alpen-Route — von der Landeshauptstadt bis an den Fuß des Großglockners. Jeder Punkt führt Sie zu einem Stück Tirol.
Tiroler Schmankerl
Die Tiroler Küche ist eine Küche der Höhe: einfach, kräftig, für lange Tage im Freien gemacht. Der Tiroler Speck, geselcht und luftgetrocknet in der klaren Bergluft, ist ihr Wahrzeichen — hauchdünn geschnitten auf einem Holzbrettl, dazu ein Stück Bergkäse, ein Kanten Bauernbrot und ein Glaserl Schnaps. Fertig ist die perfekte Jause.
In der Stube dampfen die Kaspressknödel in der Rindsuppe, es duften Zillertaler Krapfen und Kaiserschmarrn mit Zwetschkenröster. Wer einmal nach einer langen Wanderung auf einer Almhütte eingekehrt ist und sich hat verwöhnen lassen, versteht, warum die Tiroler ihre Berge nie ganz verlassen.
Mehr Tiroler Kulinarik →Tirol, das ganze Jahr
Jede Zeit hat in Tirol ihren eigenen Ton — vom ersten Almrausch bis zum Pulverschnee am Arlberg. Hier die Empfehlungen unserer Redaktion, Monat für Monat.
Von März bis Mai
Unten im Tal treibt schon das erste Grün, oben liegt noch der Firn — im Frühling zeigt Tirol beide Gesichter an einem Tag. Auf den Krokuswiesen der Mittelgebirge lässt sich herrlich wandern, während die Radler die ersten schneefreien Talwege erobern. Und im Mai, wenn der Almrausch blüht, ist die Bergwelt am schönsten.
Von Juni bis August
Der Sommer ist die große Zeit der Wanderer. Über 24.000 Kilometer Wege führen von der Jausenstation bis aufs Gipfelkreuz, und wer es kühler mag, springt in den Achensee, das Tiroler Meer. Nachmittags eine Jause auf der Alm, abends ein Bad im Bergsee — heuer wird der Sommer wieder ein Fest.
Von September bis November
Der Herbst ist heimlich die schönste Zeit: glasklare Fernsicht, geschmückte Kühe beim festlichen Almabtrieb und Lärchenwälder, die das ganze Tal vergolden. In den Dörfern wird aufgetischt, was der Sommer geschenkt hat — Zeit für ein Törggelen, einen jungen Sturm und ein bisserl Wehmut vor dem Winter.
Von Dezember bis Feber
Im Jänner liegt der beste Schnee. Ob Carven am Arlberg, wo der Skilauf erfunden wurde, Rodeln bei Fackelschein oder einfach ein Kaiserschmarrn in der Hütte — der Tiroler Winter ist ein Rausch. Wenn im Jänner die Streif in Kitzbühel ruft, hält das ganze Land den Atem an. Und am Abend wärmt ein Glaserl am Christkindlmarkt.
Tirol in Zahlen
Brauchtum & Tracht
In Tirol ist die Tracht kein Kostüm. Das Dirndl, die Lederhose, der Trachtenjanker — sie kommen zum Kirchtag ebenso aus dem Kasten wie zur Hochzeit oder zum Almabtrieb. Beim Dorffest stampft der Schuhplattler den Takt, die Blasmusik spielt auf, und wer genau hinhört, versteht: Das alles passiert nicht für die Gäste, sondern weil es dazugehört.
Am Ende führt in Tirol jeder Weg wieder zurück zum Berg — zum Gipfelkreuz, an dem man innehält, und zur Almhütte, in der ein Griaß di mehr wärmt als jeder Ofen.
In Tirol misst man den Reichtum nicht in Metern über dem Meer, sondern in Gipfeln, die man mit Freunden geteilt hat.Aus dem Reisetagebuch der Redaktion
Schlafen zwischen Fels und Firn
Handverlesen von unserer Redaktion: drei Häuser, die den Berg nicht draußen lassen — vom Design-Chalet über der Gletscherstraße bis zur einsamen Sennhütte, in der die Zeit stillsteht.
Ski-in, Ski-out, Panoramasauna und ein Kachelofen, an dem man Wurzeln schlägt — mit Blick auf den Ferner.
Bergwasser-Pool unter freiem Himmel, Blick auf den Hintertuxer Ferner und eine Küche, die den Speck selber selcht.
Urig aus dem 18. Jahrhundert, mit Holzofen und ohne Nachbarn — außer den Murmeltieren. So gemütlich schläft man sonst nirgends.
Bildstrecke
Ein Klick genügt — tauchen Sie ein in unsere Lieblingsaufnahmen aus dem Herzen der Alpen, vom Alpenglühen bis zum türkisblauen Bergsee.